Klimaschutz wird für Unternehmen zunehmend zu einer strategischen Managementaufgabe. Doch wie lassen sich Klimaziele sinnvoll definieren, wirksame Maßnahmen ableiten und Investitionen in eine nachhaltigere Zukunft planen? Neue Klimastandards und Förderinitiativen bieten Anlass, die eigene Unternehmensstrategie zu überprüfen und nächste Schritte gezielt vorzubereiten.
Vom Klimaziel zur konkreten Umsetzung
Viele Unternehmen beschäftigen sich bereits mit Energieeffizienz, Ressourcenschonung und der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen. Die Herausforderung besteht häufig darin, einzelne Maßnahmen in eine nachvollziehbare Gesamtstrategie einzubetten.
Wissenschaftsbasierte Klimaziele gewinnen dabei an Bedeutung. Die Weiterentwicklung internationaler Standards, beispielsweise durch die Science Based Targets initiative (SBTi), unterstreicht, wie wichtig eine systematische Erfassung und Reduktion von Emissionen ist.
Für Unternehmen ergeben sich daraus wichtige Fragen:
- Wo entstehen die größten Treibhausgasemissionen im eigenen Betrieb?
- Welche Einsparpotenziale bestehen bei Energie, Material und Ressourcen?
- Welche Klimaziele sind realistisch und nachvollziehbar?
- Wie lassen sich Maßnahmen priorisieren und ihre Wirksamkeit überprüfen?
- Welche Anforderungen ergeben sich aus Kundenbeziehungen, Lieferketten und bestehenden Managementsystemen?
Eine fundierte Treibhausgasbilanz schafft dafür eine wichtige Grundlage. Sie macht Emissionsquellen transparent, zeigt Verbesserungspotenziale auf und unterstützt Unternehmen dabei, geeignete Maßnahmen abzuleiten.
Klimastrategie und Umweltmanagement zusammendenken
Eine wirksame Klimastrategie sollte nicht isoliert betrachtet werden. Sie lässt sich sinnvoll mit bestehenden Managementsystemen, der Unternehmensplanung und der kontinuierlichen Verbesserung betrieblicher Prozesse verbinden.
Ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 kann beispielsweise dabei unterstützen, Umweltaspekte systematisch zu erfassen, Ziele festzulegen, Maßnahmen umzusetzen und deren Wirksamkeit regelmäßig zu bewerten.
Auch die Themen Energieeffizienz, Ressourcenmanagement und Kreislaufwirtschaft bieten konkrete Ansatzpunkte. Häufig lassen sich ökologische Verbesserungen mit wirtschaftlichen Vorteilen verbinden: Ein geringerer Energie- und Materialverbrauch kann Kosten reduzieren und gleichzeitig die Umweltleistung des Unternehmens verbessern.
Entscheidend ist, nicht möglichst viele Maßnahmen gleichzeitig zu starten, sondern jene mit dem größten Nutzen für den jeweiligen Betrieb zu identifizieren.
Neue Förderimpulse für die industrielle Transformation
Neben strategischen Überlegungen können Förderprogramme die Umsetzung konkreter Projekte unterstützen.
Ein aktuelles Beispiel ist die FTI-Initiative für die Transformation der Industrie 2026. Sie richtet sich an innovative Vorhaben, die zur langfristigen Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen und die industrielle Transformation voranbringen.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem innovative Lösungen für die Elektrifizierung industrieller Prozesse, die Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz, die Kreislaufwirtschaft sowie klimafreundliche industrielle Technologien.
Die Initiative ist insbesondere für Unternehmen interessant, die größere Innovations- oder Transformationsprojekte planen und dafür gegebenenfalls mit Technologieanbietern oder Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten möchten.
Die Einreichfrist läuft laut Programminformation bis zum 10. März 2027, 12:00 Uhr. Ob ein konkretes Vorhaben förderfähig ist, hängt von den jeweiligen Ausschreibungsbedingungen ab.
Wichtig: Nicht jedes Nachhaltigkeitsprojekt fällt unter dieses Programm. Unternehmen sollten daher frühzeitig prüfen, ob ihr Vorhaben den Anforderungen der Ausschreibung entspricht oder ob andere Förderangebote besser geeignet sind.
Weitere Informationen bietet die offizielle Programmseite der FTI-Initiative für die Transformation der Industrie 2026.
Climate Austria und die Rolle hochwertiger Klimaschutzprojekte
Auch die Frage, wie Unternehmen mit ihren verbleibenden Emissionen umgehen, gewinnt im Zusammenhang mit Klimastrategien an Bedeutung.
Climate Austria informiert über Klimaschutzprojekte und die Weiterentwicklung entsprechender Klimastandards. Für Unternehmen ist dabei eine klare Unterscheidung wichtig: Die tatsächliche Reduktion der eigenen Treibhausgasemissionen bleibt der zentrale Ansatzpunkt einer glaubwürdigen Klimastrategie. Klimaschutzprojekte können diese Bemühungen ergänzen, ersetzen aber nicht die erforderlichen Reduktionsmaßnahmen.
Wer sich mit Klimazielen beschäftigt, sollte daher zunächst die eigenen Emissionen erfassen, Reduktionspotenziale identifizieren und konkrete Maßnahmen planen. Anschließend lässt sich beurteilen, welche ergänzenden Ansätze zur eigenen Strategie passen.
Weitere Informationen: Climate Austria – Neue Klimastandards.
Wie Unternehmen jetzt sinnvoll vorgehen können
Unabhängig davon, ob ein Betrieb seine Klimastrategie neu entwickelt, ein Umweltmanagementsystem aufbaut oder eine größere Investition plant: Ein strukturiertes Vorgehen hilft, Ressourcen gezielt einzusetzen.
1. Ausgangssituation analysieren
Erfassen Sie relevante Umweltaspekte, Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen. So werden die wichtigsten Handlungsfelder sichtbar.
2. Ziele und Maßnahmen festlegen
Definieren Sie nachvollziehbare Ziele und leiten Sie daraus konkrete, priorisierte Maßnahmen ab. Berücksichtigen Sie dabei sowohl ökologische Wirkungen als auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
3. Fördermöglichkeiten prüfen
Klären Sie frühzeitig, ob geplante Beratungsleistungen, Investitionen oder Innovationsprojekte durch passende Förderprogramme unterstützt werden können. Beachten Sie dabei insbesondere die Fördervoraussetzungen und den erforderlichen Zeitpunkt der Antragstellung.
4. Umsetzung in bestehende Prozesse integrieren
Verankern Sie Verantwortlichkeiten, Kennzahlen und regelmäßige Bewertungen in Ihren betrieblichen Abläufen. Bestehende Managementsysteme können dabei wertvolle Unterstützung bieten.
CoFe unterstützt Unternehmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit muss nicht bei einer Strategie oder einem Bericht enden. Entscheidend ist, dass daraus konkrete Verbesserungen im betrieblichen Alltag entstehen.
CoFe unterstützt Unternehmen unter anderem bei der Klimabilanzierung, der Weiterentwicklung von Umweltmanagementsystemen und der Optimierung von Ressourcen. Im Rahmen der Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark (WIN) begleiten wir Unternehmen zudem bei passenden geförderten Beratungsprojekten.
Gemeinsam analysieren wir die Ausgangssituation, identifizieren Verbesserungspotenziale und entwickeln praxisnahe Ansätze, die zu den Anforderungen und Möglichkeiten Ihres Unternehmens passen.
Sie möchten wissen, wo Ihr Unternehmen beim Klimaschutz ansetzen kann?
Wir unterstützen Sie dabei, Ihre nächsten Schritte zu strukturieren und geeignete Beratungs- und Fördermöglichkeiten zu prüfen.